Anemonen und Ranunkel – Zarte Frühlinsboten

Seit einigen Jahren findet man die etwas in Vergessenheit geratenen Anemonen und Ranunkel wieder in allen Farben und Formen im Handel. Als Schnittblumen, Samen oder auch als fertiges Pflänzchen erfreuen sie mit Ihren fröhlichen Farben unsere Gemüter nach der kargen Winterzeit.

Gerade die Tatsache, dass sie nur während einer relativ kurzen Zeit im Handel zu erstehen sind, machen sie zu einem begerten Mitbringsel, Bestandteil eines Blumenstrausses oder Farbklacks in einer bepflanzten Schale. Viele Jahre haben sie unter einem etwas verstaubten Image gelitten und wurden zu unrecht als altbacken abgetan. Doch der momentane Zeitgeist und weitverbreitete Nostalgiesehnsucht haben sie wieder zurück ins Rampenlicht gebracht. Höchste Zeit, dass wir der Anemone und den Ranunkeln ein besonderes Augenmerk schenken.

Grundsätzlich sind die Windröschen (Anemone) eine Pflanzengattung in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Die vorallem auf der Nordhalbkugel weit verbreiteten Anemonen umfassen Rund 150 Arten, die meissten davon sind in den gemässigten Klimazonen Asiens zu Hause.

Unterdessen haben aber auch viele Arten als Zierpflanze Einzug in mitteleuropäischen Gärten gehalten. Die Verbreitenste ist hier sicher die Garten-Anemone (Anemone coronaria) und das aus der Türkei stammende Balkan-Windröschen (Anemone blanda), oder eben auch Strahlen-Anemone genannt.

Daneben kommt die artenreiche Pflanzengattung Hahnenfuss oder eben auch Ranunkel (lat. Ranunculus, gehört ebenfalls zur Familie der Hahnenfußgewächse) fast weltweit vor. Im Folksmund heisst die Pflanze Hahnenfuss und dieser bezieht sich auf die vogelfußähnlichen Laubblätter. Dieser stammt noch aus dem Mittelalter (hanenvuoz) und ist bezeichnend für Ranunculazeen mit drei- bis fünfteiligen Blättern.
Der botanische Gattungsname Ranunculus stammt vom lateinischen Wort ranunculus für „Fröschlein“ ab. Es ist allerdings nicht ganz klar warum, da viele Arten an besonders feuchten Standorten gedeihen– dort, wo eben auch gerne Frösche leben, oder wegen ihrer kaulquappenförmigen Früchte („Fröschlein“ = „Kaulquappe“).

Vorsicht giftig
Was viele nicht ahnen, alle Arten sind im frischen Zustand durch Protoanemonin schwach giftig, deshalb wurde früher daraus Pfeilgift gewonnen. Also nicht als Dekoration auf Salaten oder Gerichten verwenden, auch wenn Ihr Anglitz noch so hübsch ist. Beim Trocknen und Kochen wird das enthaltene Gift in das ungefährliche Anemonin umgewandelt und ist so unschädlich. Vorsicht auch bei Tieren, denn im frischen Futter können Anemonen ebenfalls Vergiftungen hervorrufen.

Namenserklärung Windrädchen
Der botanische Name geht auf die Antike zurück. Plinius der Ältere bringt ihn mit dem griechischen anemos = Wind in Verbindung. Anemona war auch eine Nymphe am Hofe der Göttin Flora. Der Sage nach soll sich Floras Gatte Zephyr, der Gott des Windes, in Anemona verliebt haben, worauf sie von der eifersüchtigen Göttin in eine Blume verwandelt wurde. Man nimmt aber eher an, dass der Name Anemone auf ein arabisches Wort für Adonis, nämlich an-nu’mān (=Blut) zurückzuführen ist und eine rotblühende Pflanze bezeichnet.

Nutzung
Viele Arten der Gattung Windröschen (Anemone) werden in Privatgärten, aber auch Parks und Grünalagen als Zierpflanzen verwendet. Für die Kultivierung in Gärten der gemäßigten Gebiete ist neben der schönen Blüte entscheidend, dass diese Arten ausdauernd, winterhart und leicht zu vermehren ist. Auch hier sei noch mal erwähnt, die hübschen Blumen sind im Rohverzehr giftig.
(Eigenes Kästchen)


Allgemeine Merkmale zu Anemone:
Am Stängel befindet sich je nach Art in unterschiedlicher Höhe ein Quirl (Wirtel) meist zwei bis sieben (selten bis zu neun) laubblatt- oder kelchblattähnlichen Hochblättern. Die endständigen, zymösen oder doldigen Blütenstände sind selten ein-, meist zwei- bis neunblütig.
Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch. Die 4 bis 20 (selten bis 27) freien Blütenhüllblätter sind 1,5 bis 40 Millimeter lang. Die Farben der Blütenhüllblätter reichen von weiß über rosa bis rot, von violett bis blau, grün und gelb. Nektarien sind vorhanden. Es sind 10 bis 200 Staubblätter vorhanden. Es sind viele freie Fruchtblätter vorhanden, die jeweils nur eine Samenanlage enthalten. Ein Griffel ist ausgebildet.
Je Blüten werden viele, gestielte oder ungestielte, eiförmige bis verkehrt-eiförmige Früchte (Balgfrüchte oder Nüsschen) gebildet. Die Früchte sind bis zu 40, selten bis zu 50 Millimeter lang und manchmal behaart. Auf den Früchten ist meist der Griffel noch gut erkennbar.
Anemone-Arten wachsen als ausdauernde, krautige Pflanzen, je nach Art können sie sehr unterschiedliche Wuchshöhen (10 bis 60 Zentimeter) erreichen. Es werden Rhizome oder Knollen als Überdauerungsorgane gebildet.
Die Laubblätter sind meist nur grundständig; zur Blütezeit fehlen die Grundblätter bei einigen Arten. Die gestielten Grundblätter sind einfach oder zusammengesetzt. Die Blattspreite kann gelappt oder geteilt sein. Die Blattränder sind glatt bis gezähnt.

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